Am Rande gebloggt
In einigen Tagen wird die Version 7.10 von Ubuntu, dem meiner Ansicht nach momentan leistungsfähigsten, stabilsten und einfach solidesten Desktop-Linux, erscheinen. Aufgrund verschiedener Eindrücke und Erfahrungen, welche hier aufzulisten zu lange dauern würde, glaube ich, dass die kommende Version das erste erwachsene und vor allem wirklich massentaugliche freie Betriebssystem sein könnte. Es könnte das erste Linux werden, das auch von eurer Großmutter bedient werden kann.
Die auffälligste Neuerung wird die Integration von Desktop-Effekten sein, die vieles andere in den Schatten stellen:
[video]http://www.youtube.com/watch?v=E4Fbk52Mk1w[/video]
Ich möchte jedem, der sich auch nur ein kleines Bisschen für Computer interessiert, wärmstens empfehlen, Ubuntu auszuprobieren und sich so selber einen Eindruck davon zu verschaffen, wie es sich “anfühlt”. Das geht im übrigens ganz einfach – man lädt es herunter, brennt es auf eine CD und kann von dieser booten und Ubuntu nutzen, ohne am bestehenden System etwas zu ändern.



10. Oktober 2007 um 08:00
sieht in der tat interessant aus. anschauen werde ich mir die neue version bestimmt mal.
10. Oktober 2007 um 12:52
Das schau ich mir auf jeden Fall auch mal an. Danke für den Tipp!
10. Oktober 2007 um 15:00
Bin auch dabei. Schon GW in einer virtuellen Maschine ausprobiert?
12. Oktober 2007 um 12:19
Aus Neugier werd ich mal reinschauen. Bin aber sonst mit Mac OSX als “Spielzeug” ganz zufrieden.
12. Oktober 2007 um 12:19
Für alle alltäglichen Arbeiten ist Ubuntu sicherlich eine vollwertige Alternative – was Spiele angeht, besteht leider nach wie vor ein De Facto-Monopol.
12. Oktober 2007 um 12:27
@Graymalkin: Es würde mich ganz besonders interessieren, ob und wie reibungslos das auf einem Macbook läuft!
18. Oktober 2007 um 14:26
Ich habe diesen Hype um die hübschen, aber sinnlosen 3D-Effekte verstanden. Alle Welt tut so, als sei dieser Unsinn DAS supertolle neue Killerfeature der Zukunft. Aber was habe ich davon, wenn meine Fenster beim Schieben “wobbeln” und ich den Desktop wie einen Würfel drehen kann? Hey, ich benutze noch nicht mal mehrere Desktops! (Virtuelle Desktops steigern die Produktivität genau so wie ein Talisman einem zu mehr Glück im Leben verhilft. Solange man glaubt – tja, glaubt man dran. Aber wenn man erstmal damit aufhört, merkt man, dass man nichts vermisst.)
Auf Screenshots von Linux-Desktops sieht man oft viele transparente Fenster. Transparente Fenster haben mich bisher fast immer genervt! Man kann den Inhalt nicht wirklich erkennen, aber auch nicht wirklich, was darunter liegt. Also von beiden Alternativen (opak/unsichtbar) genau das schlechteste.
Aber es sieht hübsch aus. Wobbelnde Fenster, würfelförmige Desktops – das ist in Bezug auf eine Betriebssystem-Oberfläche dasselbe wie Tieferlegen in Bezug auf Autos. Und um das klarzustellen: Ich hasse tiefergelegte Autos!
Ich bin runter von Linux. Und von Windows will ich auch nichts mehr wissen. MacOS sieht nicht nur gut aus, sondern unterstützt sogar auch die Produktivität – sprich: Trotz nettem Appeal ist es auch noch praktisch!
Ich empfehle allen, sich einen Mac zuzulegen.
18. Oktober 2007 um 14:26
*grins* Im ersten Satz meines oben stehenden Kommentar befindet sich ein fehlendes “nie”. Wer es findet, darf versuchen, es zu behalten.
18. Oktober 2007 um 15:57
Ich glaube, dass die Frage, ob 3D-Effekte (bzw. 2D- und / oder 3D-Effekte) auch die Produktivität unterstützen, DIE spannende Frage ist, auf die eine objektive Antwort derzeit noch aussteht. Deshalb finde ich es auch voreilig, solche Effekte von vorneherein als “Unsinn” abzutun.
Es gibt Menschen, denen sowas einfach Spaß bereitet – und alle anderen werden keine großen Schwierigkeiten haben, den Knopf zu finden, mit dem man sie abschalten kann. Und genau das sollte die eigentliche Motivation sein, Linux zu benutzen: Das gute Gefühl, die freie Wahl zu haben.
18. Oktober 2007 um 16:36
Schade, meine Antworten werden andauernd vom Spamfilter gefressen. David, tu mal was dagegen!
18. Oktober 2007 um 18:37
Dieser Grafikfeatures sind meines Erachtens nach auch eher hinderlich. Benutzte ja unter Vista sogar noch den Total Commander, weils einfach praktischer ist als die vielen Explorer Fenster. Witzig finde ich aber schon, wie Windows Vista auf dem “Eye-Candy Gebiet” gegen das Open-Source Produkt, das vor nicht allzu langer Zeit noch ziemlich mau aussah, den kürzeren zieht.
Wenn ich nicht zu Freizeitzwecken auf DirectX angewiesen wäre, wäre ich vermutlich auch schon auf MacOS umgestiegen. Da stimmt einfach das Meiste.
Werde mal versuchen Gutsy Gibbon auf dem MacBook zu testen.
18. Oktober 2007 um 19:11
Microsoft war schon immer schlecht in puncto Design. Das typische Beispiel für “viel Geld investiert und trotzdem nur Mist gebaut”.
Die Aero-Oberfläche von Vista ist in meinen Augen ein Inbegriff von, sagen wir mal, einer “Design-Lüge”: Auf den ersten Blick sieht es prima aus, aber sobald man sich daran gewöhnt hat, merkt man, dass das “schöne Aussehen” allein nicht reicht, ja dass es sogar nach einer Weile zu nerven anfängt.
Okay, auf der positiven Seite kann man sagen, dass Aero ein Fortschritt gegenüber XP ist. Also, zumindest im Design. Die Fensterrahmen ziehen nicht mehr die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. (Wie bescheuert es doch an XP ist, dass ausgerechnet der “Fenster schließen”-Button das auffälligste grafische Element ist. Er lenkt die Aufmerksamkeit vom Inhalt des Fensters ab, um den es ja eigentlich geht.) Ein Vista-User berichtete mir, dass er von dem Blur-Effekt nach einigen Stunden Kopfschmerzen bekommt, weil seine Augen meinen akkommodieren zu müssen.
Von einem System, das so sehr nach Science Fiction aussieht, würde ich aber auch weit mehr Integrität erwarten. Und die hat Vista offenbar nicht.
Apple hat mit MacOS gezeigt, wie man es richtig macht. Die dekorativen Elemente sind hübsch anzusehen, werden nie langweilig, und gleichzeitig sind sie fast schüchtern. Sie wollen die Aufmerksamkeit nicht auf sich ziehen. Bei mir bewirkt das, dass ich mich viel besser auf die Inhalte fokussieren kann. Das mag auch ein Grund sein, wieso Total Commander bei vielen Pragmatikern beliebt ist: Es sieht so unglaublich (direkt frech!) schlicht aus, dass man keine Zeit damit verschwendet, das schöne Design zu bewundern und womöglich noch an das eigene ästhetische Empfinden anzupassen (Gegenbeispiel hierzu: WinAmp). Und Total Commander hält auch alle Versprechen, die es über sein GUI an den User gibt.
Vielleicht könnte Microsoft eine ganze Menge von Total Commander lernen.
Oh, das wäre so ein schöner letzter Satz gewesen! Aber was soll ich machen? Direkt nachdem ich ihn geschrieben hatte, fiel mir ein: “Verdammt nochmal, Microsoft kann praktisch von JEDEM noch etwas lernen!”
18. Oktober 2007 um 19:49
Steve Jobs, ca. 1996
2. Februar 2008 um 01:46
[...] unterstützt meine These und setzt auf Ubuntu als Desktop-Betriebssystem: Aus Sicht von IBM sei die Zeit für den [...]
22. April 2008 um 10:10
[...] gut einem halben Jahr war es wohl etwas voreilig von mir, das damals erscheinende Ubuntu 7.10 als das „erste [...]